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Historisches Optik
 

Redaktion Brigitte G. Hölscher

 

 

 

In  diesem Abschnitt möchten wir historisches Zubehör aus dem Bereich „Optik“ vorstellen. Schon seit ca. 1908 gab es spezielle Schießbrillen und zuvor auch schon Diopterfilter, Sperber-Optik und andere Zielhilfsmittel.

 


Schießbrillen

 

Da bei einer Schießbrille der optische Mittelpunkt mit der besten Schärfe nicht in der Mitte des Glases, sondern oben links (bei Rechtsschützen) sitzt, ist hier bei der optimalen Durchblickstelle ein aufgekittetes Glas angebracht.
Eine weitere Variante der Schießbrille ist das Modell mit einem Diopter, also einer Lochscheibe vor dem Schießauge. Diese kann mit dem Kugelgelenk genau so vor das Auge positioniert werden, dass der optimale Blick auf die Visierung möglich ist. 
Quelle: AKAH-Katalog 1915 und 1929 sowie Privatsammlung

 

Auch eine Variante mit unterschiedlich gelochten Irisblenden war erhältlich. je nach Bedarf kann die passende Lochung vor das Schießauge geschwenkt werden.

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Von Seibert-Wetzlar wurde die speziell entwickelte Diopterbrille „Wehrmann“ hergestellt, die beim Schießen mit offener Visierung zum Einsatz kam. Durch das Kugelgelenk kann das Fernrohr passend vor das Auge positioniert werden. Die Scharfeinstellung erfolgt durch das Drehen der Rändelmutter. Mit dem vorangesetzten  „Blechtunnel“ können störende Lichteinflüsse gemindert werden.

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Es wurden auch Augenklappen und Zielvorsetzer angeboten, die auf herkömmliche Brillen aufgesteckt werden konnten. Hier wurde stets auf den Effekt der Irisblende gesetzt, wie er auch bei der Photographie zum Tragen kommt. Eine Irisblende ermöglicht besseres „scharf sehen“, indem sie beim Zielen direkt vor der Pupille sitzt. Durch Verstellen kann die Tiefenschärfe reguliert werden. Die Tiefenschärfe ist der Bereich, in welchem das Auge scharf sehen kann. Es soll die Visierung wie auch die Scheibe scharf erscheinen.


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Verschiedene preisgünstige Glaslos-Varianten wurden ebenfalls angeboten, die als optische Zielhilfe bei allerlei Sehfehlern zu verwenden waren.

 


Diopter –  Seibert-Diopter und Sperber-Fernrohr

 

Für die hintere Visierung auf der Langwaffe wurden auch unterschiedliche Diopterscheiben angeboten, die mit verschiedenen Optik-Mechanismen die Sehkraft des menschlichen Auges unterstützen sollen.

Auch die heute noch immer zugelassenen und oft gesuchten „Sperber-Röhrl“ (mit leichtem Vergrößerungseffekt) wurden bereits 1914 und 1929 in den Katalogen angeboten.


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Fernrohre und Spektive
Neben der oben beschriebenen Optik, die direkt zur Unterstützung der Schussabgabe eingesetzt wird, gibt es auch die Fernrohre und Spektive zur Scheibenbeobachtung. Ein Spektiv ist  monokular, also mit einem Auge zum Durchschauen. Im Gegensatz zum astronomischen Fernrohr erzeugt es ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild. Die meisten Modelle sind heutzutage mit einem 45°-Schrägeinblick erhältlich, es werden jedoch auch Spektive mit geradem Einblick angeboten.

Nachdem es vor 100 Jahren ausschließlich Zielerstände gab, war ein Spektiv für den normalen Schießbetrieb nicht notwendig – und eigentlich auch verboten, denn einerseits war der Zieler für das Aufzeigen des Schusses zuständig und andererseits wurde ja die beschossene Scheibe durch den Zieler in den Zielergraben gezogen und somit war der abgegebene Schuss ja nicht mehr für den Schützen sichtbar.

Doch für Scheibenbeobachtung und das Einschießen von Gewehren wurden bereits hochwertige und auch teure Spektive angeboten. Die Spektive und Fernrohre wurden auch schon im Bereich der Jagd und Tierbeobachtung eingesetzt, somit war gutes Material und Technik im Angebot. Erst in den 1920er und 1930er Jahren wurden Spektive regelmäßig im Bereich des KK-Schießens eingesetzt, damit der Schreiber den Schützen über die genaue Trefferlage informieren konnte.

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Heutzutage werden Spektive von Traditionsschützen ausschließlich auf Zugständen genutzt, um die Scheibentreffer selbst sofort kontrollieren zu können. Zudem schont dies die Seilzuganlage, die ja sonst nach jedem Schuss betätigt werden müsste. 

Möchte man heute ein Spektiv erwerben, so ist auf folgende Werte zu achten: ist das Spektiv mit 20-60x80 bezeichnet, so gibt der Wert vor dem „x“ die Vergrößerung an, in diesem Beispiel ein Zoom-Spektiv mit einer 20-60fachen Vergrößerung (Brennweite). Der Wert nach dem „x“ gibt den vorderen Objektivdurchmesser in Millimeter an. Je größer der Objektivdurchmesser, desto besser ist meist die Lichtstärke (hierbei kommt es aber auch auf die Länge des Spektives und die Anzahl der Linsen an). Für eine vernünftige Scheibenbeobachtung auf eine Distanz von 100m sollten der Wert für die Vergrößerung mindestens bei 80 liegen. Werte darunter taugen allenfalls für 25m oder 50m entfernte Scheiben. Für das Spektiv sollte auch ein stabiles Stativ vorhanden sein, welches mit einem mehrfach schwenkbaren Kopf ausgestattet ist.

 


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.Quelle der Bilder: AKAH-Katalog 1926

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